Was ist der Ruheenergiebedarf (RER)?
Der RER ist eine standardisierte Rechengröße für den Energieverbrauch in Ruhe. Er hilft, unterschiedliche Körpergewichte vergleichbar zu machen. Er ist aber nicht automatisch die Menge, die ein Hund pro Tag gefüttert bekommen sollte.
RER-Formel
RER = 70 × Körpergewicht (kg)0,75
Warum ist der Tagesbedarf nicht einfach der RER?
Ein Hund lebt nicht dauerhaft in vollständiger Ruhe. Bewegung, Thermoregulation, Verdauung, Lebensphase und individuelle Stoffwechselunterschiede verändern den Energieverbrauch. Deshalb wird für den Alltag mit einem Tagesenergiebedarf beziehungsweise Maintenance Energy Requirement gearbeitet.
Welche Orientierung geben WSAVA und FEDIAF?
Die WSAVA veröffentlicht für durchschnittliche gesunde erwachsene Hunde in idealer Körperkondition einen Bereich von ungefähr 95 bis 130 kcal × kg0,75 pro Tag. FEDIAF 2025 nennt je nach Aktivität beispielsweise etwa 95 kcal bei niedriger Aktivität, 110 bis 125 kcal bei moderater Aktivität und höhere Werte bei stark arbeitenden Hunden.
Diese Tabellen sind Ausgangspunkte. FEDIAF betont, dass die tatsächliche Energiemenge angepasst werden muss, wenn der Hund Gewicht verliert oder zunimmt.
Was verändert den Kalorienbedarf eines Hundes?
Aktivität
Spazierdauer, Sport, Arbeit und Intensität können den Bedarf deutlich verändern.
Körperkondition
BCS und Gewichtsverlauf zeigen, ob die aktuelle Energiezufuhr tatsächlich passt.
Lebensphase
Wachstum, Trächtigkeit/Laktation und Seniorphase haben andere Anforderungen als ein gesunder erwachsener Hund.
Kastrationsstatus
Kann den Energiebedarf beeinflussen, ist aber kein alleiniger zuverlässiger Faktor.
Umgebung & Temperatur
Klima, Haltung und Fell können den Energieverbrauch mitbestimmen.
Erkrankungen
Krankheiten und therapeutische Diäten benötigen individuelle tierärztliche oder ernährungsmedizinische Planung.
Wie wird aus einem kcal-Startwert eine brauchbare Futtermenge?
Zuerst wird ein sinnvoller Energie-Startwert festgelegt. Anschließend wird die Energiedichte des konkreten Futters benötigt. Erst daraus lässt sich eine Grammmenge berechnen. Danach entscheidet der Verlauf von Gewicht und Körperkondition, ob angepasst werden muss.
Quellen & fachliche Grundlage
