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Kalorienbedarf beim Hund: RER und Tagesbedarf erklärt

Kalorienformeln liefern Startwerte. Der tatsächliche Bedarf zeigt sich daran, ob Gewicht und Körperkondition mit der gefütterten Energiemenge stabil bleiben.

Veröffentlicht 24. September 20269 Min. LesezeitAktualisiert 24. September 2026Redaktion HundsGesund3 Quellen

Kurzantwort

Der Ruheenergiebedarf (RER) lässt sich als Rechengröße mit 70 × Körpergewicht0,75 abschätzen. Der tatsächliche Tagesbedarf liegt je nach Aktivität, Lebensphase, Körperkondition und Individuum darüber oder darunter und muss im Verlauf angepasst werden.

Was ist der Ruheenergiebedarf (RER)?

Der RER ist eine standardisierte Rechengröße für den Energieverbrauch in Ruhe. Er hilft, unterschiedliche Körpergewichte vergleichbar zu machen. Er ist aber nicht automatisch die Menge, die ein Hund pro Tag gefüttert bekommen sollte.

RER-Formel

RER = 70 × Körpergewicht (kg)0,75

Warum ist der Tagesbedarf nicht einfach der RER?

Ein Hund lebt nicht dauerhaft in vollständiger Ruhe. Bewegung, Thermoregulation, Verdauung, Lebensphase und individuelle Stoffwechselunterschiede verändern den Energieverbrauch. Deshalb wird für den Alltag mit einem Tagesenergiebedarf beziehungsweise Maintenance Energy Requirement gearbeitet.

Welche Orientierung geben WSAVA und FEDIAF?

Die WSAVA veröffentlicht für durchschnittliche gesunde erwachsene Hunde in idealer Körperkondition einen Bereich von ungefähr 95 bis 130 kcal × kg0,75 pro Tag. FEDIAF 2025 nennt je nach Aktivität beispielsweise etwa 95 kcal bei niedriger Aktivität, 110 bis 125 kcal bei moderater Aktivität und höhere Werte bei stark arbeitenden Hunden.

Diese Tabellen sind Ausgangspunkte. FEDIAF betont, dass die tatsächliche Energiemenge angepasst werden muss, wenn der Hund Gewicht verliert oder zunimmt.

Was verändert den Kalorienbedarf eines Hundes?

Aktivität

Spazierdauer, Sport, Arbeit und Intensität können den Bedarf deutlich verändern.

Körperkondition

BCS und Gewichtsverlauf zeigen, ob die aktuelle Energiezufuhr tatsächlich passt.

Lebensphase

Wachstum, Trächtigkeit/Laktation und Seniorphase haben andere Anforderungen als ein gesunder erwachsener Hund.

Kastrationsstatus

Kann den Energiebedarf beeinflussen, ist aber kein alleiniger zuverlässiger Faktor.

Umgebung & Temperatur

Klima, Haltung und Fell können den Energieverbrauch mitbestimmen.

Erkrankungen

Krankheiten und therapeutische Diäten benötigen individuelle tierärztliche oder ernährungsmedizinische Planung.

Wie wird aus einem kcal-Startwert eine brauchbare Futtermenge?

Zuerst wird ein sinnvoller Energie-Startwert festgelegt. Anschließend wird die Energiedichte des konkreten Futters benötigt. Erst daraus lässt sich eine Grammmenge berechnen. Danach entscheidet der Verlauf von Gewicht und Körperkondition, ob angepasst werden muss.

Quellen & fachliche Grundlage