Was passiert bei Plaque, Zahnstein und Parodontitis?
Plaque bildet sich als weicher Biofilm auf der Zahnoberfläche. Mineralisiert sie, entsteht Zahnstein. Entscheidend für die Gesundheit ist jedoch nicht nur das, was oberhalb des Zahnfleischs sichtbar ist: Entzündung und Gewebeverlust können sich auch unter dem Zahnfleisch entwickeln.
Plaque
Weicher bakterieller Biofilm, der sich fortlaufend auf der Zahnoberfläche bildet.
Zahnstein
Mineralisierte Ablagerung. Er ist sichtbar, zeigt aber nicht zuverlässig, wie es unter dem Zahnfleisch aussieht.
Gingivitis
Entzündung des Zahnfleischs, häufig mit Rötung, Schwellung oder Blutungsneigung.
Parodontitis
Entzündung und Verlust von Strukturen, die den Zahn im Kiefer halten; die Beurteilung benötigt eine professionelle Untersuchung.
Welche Zeichen können auf ein Zahn- oder Maulproblem hinweisen?
Mundgeruch
Deutlich neuer oder anhaltend unangenehmer Geruch kann bei Zahn- und Maulerkrankungen vorkommen.
Rotes oder blutendes Zahnfleisch
Entzündetes Zahnfleisch sollte nicht als reine kosmetische Veränderung abgetan werden.
Lockere oder beschädigte Zähne
Frakturen, Verfärbungen oder Zahnbeweglichkeit gehören tierärztlich beurteilt.
Schwierigkeiten beim Fressen
Einseitiges Kauen, Futter fallen lassen, weniger Appetit oder Schmerzreaktionen können auffallen.
Speicheln oder Pfote am Maul
Vermehrtes Speicheln und Reiben am Maul können bei Schmerzen oder Entzündung auftreten.
Was ist für die Zahnpflege zu Hause sinnvoll?
Merck und AAHA nennen regelmäßiges, möglichst tägliches Zähneputzen als besonders wirksame häusliche Plaquekontrolle. Ergänzende Produkte können sinnvoll sein, wenn sie für den Hund geeignet sind und ihre Wirkung nachvollziehbar geprüft wurde.
Was kann Zähneputzen nicht leisten?
Der sichtbare Teil eines Zahns erzählt zudem nicht die ganze Geschichte. Für eine vollständige Beurteilung von Parodontalerkrankungen können Untersuchung unter Allgemeinanästhesie, Sondierung und intraorale Röntgenaufnahmen erforderlich sein.
Keine Zahnsteinentfernung mit Werkzeugen zu Hause
Sichtbaren Zahnstein selbst abzukratzen beurteilt oder behandelt die Bereiche unter dem Zahnfleisch nicht und kann Zähne oder Weichteile verletzen.
Wann sollte das Maul tierärztlich untersucht werden?
Eine Maul- und Zahnkontrolle gehört zur regulären Vorsorge. Zusätzlich sollte ein Termin vereinbart werden, wenn neue oder anhaltende Auffälligkeiten wie Mundgeruch, entzündetes Zahnfleisch, lockere oder abgebrochene Zähne, Blutungen, Schmerzen oder Probleme beim Fressen auftreten.
Quellen & fachliche Grundlage
