Wenn ein Hund nicht frisst: Was ist wichtig?
Entscheidend ist zunächst, ob der Hund wirklich deutlich weniger frisst als sonst oder nur eine einzelne Mahlzeit auslässt. Ein plötzlicher kompletter Appetitverlust hat eine andere Bedeutung als eine langfristig leicht reduzierte Aufnahme bei ansonsten unverändertem Verhalten.
Welche Ursachen kann Appetitlosigkeit haben?
Appetitverlust ist nicht auf den Magen-Darm-Trakt beschränkt. Verdauungserkrankungen, Schmerzen, Erkrankungen von Leber oder Nieren, Infektionen, Stoffwechselprobleme, Zahn- oder Maulprobleme sowie Verhaltens- und Stressfaktoren können eine Rolle spielen.
Was solltest du bei Appetitlosigkeit beobachten?
Dauer
Seit wann frisst der Hund weniger oder gar nicht?
Trinken
Trinkt er normal, deutlich mehr, deutlich weniger oder gar nicht?
Magen-Darm
Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, schwarzer Kot oder Blut?
Gewicht
Besteht Gewichtsverlust oder Muskelabbau?
Maul & Kauen
Will der Hund fressen, bricht aber ab oder zeigt Schmerzen beim Kauen?
Allgemeinzustand
Fit und aufmerksam oder schwach, apathisch, fiebrig wirkend oder schmerzhaft?
Wann sollte ein Hund mit Appetitlosigkeit zum Tierarzt?
Das Merck Veterinary Manual nennt fehlenden Appetit ohne weitere Krankheitszeichen als Grund für eine tierärztliche Vorstellung innerhalb von 24 Stunden. Wenn ein Tier 24 Stunden weder frisst noch trinkt, wird eine sofortige tierärztliche Abklärung empfohlen.
Nicht nur das Futter wechseln
Bei ungeklärter Appetitlosigkeit ist ein immer neuer Futterwechsel keine Ursachenabklärung. Besonders bei Gewichtsverlust oder wiederkehrenden Episoden sollte zuerst das zugrunde liegende Problem eingeordnet werden.
Quellen & fachliche Grundlage
